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Schwule Nazis

Zur Genese und Etablierung eines Stereotyps.
Frankfurt/New York 2024, Campus, 333 Seiten.

Erweiterte Neuausgabe

Über Jahrzehnte hinweg vernachlässigt, ist die Verfolgung Homosexueller durch die Nationalsozialisten inzwischen in den Fokus der Geschichtswissenschaft gerückt. Ein Kapitel wird aber oft übergangen: Während die Gestapo Homosexuelle bereits in Konzentrationslager verschleppte, brachten deutsche Emigranten Homosexualität und Faschismus in einen ursächlichen Zusammenhang, ja setzten beides sogar gleich. So behauptete die sozialdemokratische Exilzeitung »Volksstimme« Ende 1934, dass die »NSDAP geradezu zur Bewegung der Homosexuellen geworden« sei.

Alexander Zinn rekonstruiert in dieser fundierten Untersuchung, die hier in einer erweiterten Neuausgabe vorliegt, die vergessene Geschichte des Stereotyps des schwulen Nazis – eines Vorurteils, das auch eine aktuelle Dimension hat, wie die immer wieder hochkochenden Debatten über die reale oder vermeintliche Homosexualität rechtsextremer Politiker zeigen. Überdies beleuchtet er anhand neuerer Forschungsergebnisse die Frage nach dem »realen Kern« des Stereotyps.

Die schon länger vergriffene Originalausgabe erschien 1997 unter dem Titel Die soziale Konstruktion des homosexuellen Nationalsozialisten.

Link zum Campus-Verlag

 

Stimmen zum Buch:

»Zinn liefert eine gewissenhafte und detaillierte historische Analyse der Frage, wie Antifaschisten in den dreißiger Jahren Nationalsozialismus mit Homosexualität in Zusammenhang brachten. Das Buch ist verständlich geschrieben und beruht auf gediegenem historischem Quellenstudium.«
Harry Oosterhuis, Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften

»...urteilssicher, detailreich und geradezu spannend... Die Resultate dieser Arbeit verdienen die Aufmerksamkeit aller, die sich für die Geschichte der Homosexuellenverfolgung in ihren mannigfaltigen Formen interessieren, aber auch all derer, die ganz allgemein die Entstehung und hartnäckige Verbreitung von Stereotypen zu begreifen versuchen.«
Prof. Dr. Hans Joas, Freie Universität Berlin

»The book sheds further light on a dark period of human history and is a long step in the deconstruction of a persistent stereotype that has been too long with us.«
Hubert Kennedy, Journal of Homosexuality



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