Alexander Zinn

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»Aus dem Volkskörper entfernt«?

Homosexuelle Männer im Nationalsozialismus

Frankfurt/New York 2018: Campus.
696 Seiten, 36 Abbildungen, 39,95 €.

Über Jahrzehnte tabuisiert, rückt die nationalsozialistische Homosexuellenverfolgung erst in jüngster Zeit ins Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit. Woran es bislang mangelte, waren überregionale Untersuchungen, die einen Überblick über Alltag und Verfolgung Homosexueller im »Dritten Reich« geben. Alexander Zinn legt nun eine Studie vor, die eine neue und umfassende Sicht auf dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte ermöglicht.

Im Fokus seiner Untersuchung steht nicht nur das Verfolgungsprogramm der Machthaber, das sich immer weiter radikalisierte, sondern auch die Rolle von Polizei, Justiz und Bevölkerung sowie – nicht zuletzt – die der Betroffenen selbst. Mit überraschenden Ergebnissen: So klafften Anspruch und Wirklichkeit der Verfolgungspolitik oft eklatant auseinander. Denn nicht immer erwiesen sich die regulären Polizei- und Justizbehörden als die ‚willigen Vollstrecker‘, als die man sie heute meist sieht. Und auch die Bevölkerung arbeitete dem Verfolgungsapparat in weit geringerem Maße zu, als bislang oft unterstellt.

Neben jenen, die in die Verfolgungsmaschinerie des NS-Staates gerieten, gelang es vielen Homosexuellen, in gesellschaftlichen Nischen zu überwintern und ein Leben zu führen, das keineswegs nur von Terror, Angst und Selbstverleugnung geprägt war, sondern häufig auch von Selbstbehauptungswillen und von erstaunlicher Lebensfreude zeugte.

„Geradezu ein Modellfall gelungener erzählender, aus der Empirie heraus entwickelter Analyse“.

Prof. Dieter Gosewinkel, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

„Ein Buch, das zur Grundlage für die Geschichtsbetrachtung in den kommenden Jahren werden wird“.

Prof. Rüdiger Lautmann, Universität Bremen

 

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